In Altprüfungen selten der große Punkteblock — in der Übung ein eigenes Beispiel. Der Fehler liegt fast immer im statischen System, nicht in μ–ω.
Geometrie
Steigungsverhältnis aus Stufenhöhe h und Auftritt a:
2h + a = 62 cm ± 3 cm
Zwischenpodest nach höchstens 20 Stufen (Haupttreppe). Podestlänge 2h + 2a, damit der Gehrhythmus hält. Lauf und Podest sind ein Bauteil oder zwei, je nachdem, ob die Fuge trägt oder nur schwindet.
Statische Systeme (typisch Stahlbeton)
- Lauf als schräge Platte zwischen zwei Podesten / Wänden: einachsig in Laufrichtung, Nutzlast auf die schräge Fläche oder auf die Horizontale — Angabe / Skript folgen, nicht mischen.
- Podest als Platte, drei- oder vierseitig gelagert, oft mit freiem Rand am Treppenauge.
- Lauf + Podest durchlaufend: Stützmoment an der Knicklinie. Abwicklung in die Ebene zeichnen, bevor du Czerny oder den Streifen ansetzt.
- Einspannung ins Treppenhausmauerwerk nur, wenn die Wand das hergibt. Sonst gelenkig auf Podestbalken / Wandscheibe.
Lasten
Eigengewicht aus der wahren Plattenlänge (schräg): g1 = 25 · hPlatte auf die schräge Fläche, oder als Vertikallast auf die Grundrissfläche umrechnen — eine Konvention durchhalten. Nutzlast Treppen nach Kategorie (oft 5 kN/m² in öffentlichen Bauten, Angabe gilt). Kein Schnee im Innenlauf.
Geländerlast am freien Rand als Horizontallast, wenn verlangt — konstruktiv Schlaufen wie bei der freien Plattenkante.
Rechenablauf
System skizzieren
Auflager, freie Ränder, Knick Lauf/Podest, Spannrichtung. Ist der Lauf 1-achsig? Das Podest 2-achsig?
Lasten
Wie Blatt 02, plus Schräge. qsd für Lauf und Podest getrennt, wenn die Dicken oder Nutzlasten differieren.
Schnittgrößen
Lauf: schräger Einfeld- oder Durchlaufträger auf 1 m. Podest: Czerny oder Streifen. Anschlussmoment am Podest nicht „gelenkig hoffen“, wenn die Bewehrung durchläuft.
Bemessung
Plattenrezept von Blatt 03/04. Obere Bewehrung an der Knicklinie, Verankerung ins Podest. Freier Rand: Schlaufen 15 + h/10.
Beispiel — Systemwahl vor der Zahl
Gerade Treppe, 16 Steigungen à 18 cm, Auftritt 26 cm (2·18 + 26 = 62). Podest 1,20 m tief, Laufbreite 1,20 m, Platte 18 cm, C30/37, qk = 5 kN/m², gelenkig auf zwei Podestbalken.
Schräglänge des Laufs = 15 Auftritte · √(0,18² + 0,26²) = 15 · 0,316 = 4,74 m
g1 = 25 · 0,18 = 4,50 kN/m² qsd = 1,35·(4,50 + g2) + 1,50·5
Wenn der Lauf nur an den Podesten aufliegt: 1-achsiger Streifen in Laufrichtung, M = q l²/8 mit der schrägen Stützweite. Podest dreiseitig mit freiem Augenrand: Drill- und Randbewehrung wie Blatt 04.
Die 5,06 m nicht mit der Geschosshöhe 16·0,18 = 2,88 m verwechseln — das eine ist die Lauf spannweite, das andere die Höhe.