LV 875.326
1-achsig gespannte Platte
Blatt 03
b = 1 m Streifen

Du rechnest einen 1 m breiten Streifen wie einen Balken. Die kürzere Spannweite ist die Haupttragrichtung — dort liegt die äußere untere Lage, damit d maximal wird.

Grundriss · Last fließt über die kurze Spannweite ly lang lx kurz = Haupttragrichtung Wand Wand 1 m Streifen q → Auflager in x derselbe Streifen als Balken b = 1 m q in kN/m² → q · 1 m in kN/m M = q · lx² / 8 (Einfeld) ly / lx ≳ 2 oder nur zwei Ränder tragen nicht die 8,20 m-Richtung bemessen
Der rote 1-m-Streifen ist das Rechenmodell. Alles, was du an Momenten und Querkräften aufschreibst, gilt pro Meter Plattenbreite.
Übung: Grundriss mit rot markiertem 1-Meter-Streifen über vier Felder à 6 m
Übung 01, Folie 5. Genau diese Markierung: 1 m aus dem Grundriss schneiden, darunter der Durchlaufträger 4 × 6 m.

System erkennen

  • Lastabtrag in eine Richtung (ly / lx ≳ 2, oder Lagerung nur an zwei Rändern).
  • Gelenkig, Durchlauf, Endfeld, Innenfeld — Beiwerte wie beim Balken.
  • Querbewehrung mindestens 20 % der Hauptbewehrung (Querdehnzahl Beton ≈ 0,2).
Übersicht: einachsig wenn ly/lx größer 2, Berechnung als 1 m breiter Balken
Übung 01, Folie 4. Die rote Spalte ist dieses Blatt. Daneben 2-achsig und punktgestützt — nicht mischen.
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Statische Nutzhöhe

Untere Lage 1 in x (Haupttragrichtung), obere Lage 2 in x. Querrichtung verliert einen Stabdurchmesser.

dx = h − cnom − ds/2
dy = dx − ds

Schnitt senkrecht zur Haupttragrichtung · warum die äußere Lage in x liegt h cnom Lage 1 unten · x (Haupt) Lage 2 unten · y (Quer) dx groß dx = h − cnom − ∅/2 dy = dx − ∅ (kleiner) Oben umgekehrt: 2. Lage in x, damit Stütze auch großes d hat.
Die Hauptbewehrung liegt außen, weil μ mit d² geht: ein verlorener Stabdurchmesser in x würde die erforderliche Bewehrung spürbar erhöhen. Quer braucht nur 20 %.
2

Schnittgrößen

Streifen b = 1 m, qsd in kN/m² wird zu kN/m. Einfeld gelenkig:

Msd = qsd l² / 8
Vsd = qsd l / 2

Durchlauf (wie DLT in der Übung, Innenfeld): Feld oft 0,07·q·l², Stütze 0,125·q·l² — Beiwert aus Skript/Tafel zur Lagerung.

3

Überschlägige Biegebemessung

as,erf ≈ Msd / (fyd · 0,8 · h)

Damit wählst du einen plausiblen Durchmesser, bevor du μ rechnest. Einheit: M in Nmm, f in N/mm², h in mm → mm²/m.

4

μ–ω-Bemessung

μsd = Msd / (b · d² · fcd)

Kontrolle: μsd < μsd,lim (Tafel im Skript, für C30/37 ohne Druckbewehrung in der Übung ca. 0,206). Sonst Druckbewehrung oder dicker querschnitt.

μωμω
0,000,00000,050,0518
0,010,01010,060,0625
0,020,02040,070,0733
0,030,03070,080,0844
0,040,04120,09Tafel

Zwischenwerte linear interpolieren (linterp wie in Mathcad).

as,erf = ω · b · d · fcd / fyd

5

Min / Max / Quer

as,min = max ( 0,0013 · b · d ; 0,26 · fctm/fyk · b · d )
as,max = 0,04 · b · h
Quer: mindestens 20 % der Hauptbewehrung

Wahl: Einzelstäbe oder AS-/CS-Matten (asymmetrisch, 20 % Quer schon drin). Mindestplattendicke nach Skript nicht unterschreiten.

6

Querkraft

Spitze am Auflager reduzieren (frei drehbar: maßgebend im Abstand d vom Auflagerrand). Platten: CRd,c = 0,12 (im Kurs, nicht der Balkenwert 0,18).

k = 1 + √(200/d) ≤ 2,0   (d in mm)
ρl = as / (b d) ≤ 0,02
vRd,c = CRd,c · k · (100 ρl fck)1/3 ≥ vmin
vmin = 0,035 · k3/2 · √fck
VRd,c = vRd,c · b · d

Platten möglichst ohne Schubbewehrung. Ist VRd,c ausreichend, entfällt VRd,max. Punktuelle Lasteinleitung → Durchstanzen, nicht Plattenquerkraft.

7

GZG und Verankerung

Durchbiegung unter quasi-ständiger Last: w ≤ l/250, bei empfindlichen Nachbarbauteilen l/500. Schalungsüberhöhung max. l/250. Genaues EI aus Zustand I/II wird in der Prüfung oft nur überschlägig verlangt.

Feldbewehrung am Endauflager: Zugkraft aus der Auflagerquerkraft. Alle Stäbe an das Auflager führen (abgestuft: mindestens 50 %). Vorhandene Verankerungslänge bis Außenkante minus Deckung prüfen.

Beispiel — Bürodecke, Einfeld 5,0 m

h = 20 cm, l = 5,0 m gelenkig, C30/37, BSt 550S, XC1, g2 = 2,0 kN/m², qk = 3,0 kN/m², ϕ10.

g1 = 5,0   gges = 7,0   qsd = 1,35·7,0 + 1,5·3,0 = 13,95 kN/m²

Msd = 13,95 · 5² / 8 = 43,59 kNm/m

Vsd = 13,95 · 5 / 2 = 34,88 kN/m

cnom = 20 mm, d = 200 − 20 − 5 = 175 mm

μsd = 43,59·106 / (1000 · 175² · 20) = 0,0711   < μlim

ω ≈ 0,0745 (zwischen 0,07 und 0,08 interpoliert)

as,erf = 0,0745 · 1000 · 175 · 20 / 478 = 5,46 cm²/m

as,min = 0,26 · 2,9/550 · 1000 · 175 = 2,40 cm²/m

gewählt ϕ10/14 → 5,61 cm²/m   Quer ≥ 1,12 cm²/m

k = 2,0 (Begrenzung)   VRd,c ≈ 90 kN/m ≫ Vsd,red ≈ 31 kN/m

Keine Schubbewehrung. Nachweis Druckstrebe entfällt.