LV 875.326
Prüfungsmappe
Druckfassung
Checkliste · Kernformeln

Mitnehmen: diese Mappe plus Übungsskriptum (DLT, Czerny, μ–ω, Matten, Schneekarte). Hier stehen nur Abläufe und Zahlen, die du ohne Tafel brauchst. Keine durchgerechneten Prüfungsbeispiele — die sind im Skriptum verboten.

A · Immer zuerst

Material→Lasten→System→Schnittgrößen→Bemessung→Nachweise→Skizze
  • Jede Zahl hat Herkunft (sonst 0 Punkte).
  • Sechs Kennwerte hingeschrieben: fck, fcd, fctm, fyk, fyd, cnom.
  • Lastaufstellung vor dem ersten Moment.
  • System skizziert (Lagerung, Achse, Überstand).
  • Bewehrungsplan: Expo, cnom, Beton-/Stahlgüte, Bügel sichtbar.

Material (Standardprüfung)

fcd = fck / 1,5  ·  fyd = 550 / 1,15 = 478 N/mm² (BSt 550S)
XC1, 50 a: cnom = 15 + 5 = 20 mm

CfckfcdfctmEcm
C25/302516,72,631 000
C30/373020,02,933 000
C35/453523,33,234 000

Lasten

g1 = 25 · h [m]  ·  gges = g1 + g2
sk = 0,8 · s0  (Flachdach)
eine veränderliche Last: qsd = 1,35 · gges + 1,50 · qk
zwei veränderliche: führende 1,50, weitere mit ψ0 bzw. HB 1,35 auf beide

Innendecke: Nutzlast, kein Schnee. Dach: oft nur Schnee. h in Meter. g nicht feldweise, q schon.

DLT und μ–ω (Tafeln im Skriptum)

M = k · q · l²  ·  V = k · q · l  (k aus DLT-Tafel)
μsd = M / (b · d² · fcd)  ·  as = ω · b · d · fcd / fyd
μsd,lim ≈ 0,252 (C≤C35/45) bzw. 0,206 (C≥C40/50) — Tafel prüfen
as,min = max(0,0013 b d ; 0,26 fctm/fyk · b d)  ·  as,max = 0,04 b h
überschlägig as ≈ M / (fyd · 0,8 · h)

μωμωμω
0,010,01010,030,03070,050,0518
0,020,02040,040,04120,060,0625
0,070,07330,080,0844—linterp

Einheiten: M in Nmm, b und d in mm, f in N/mm². 1,35 nur auf g, 1,50 nur auf q. γc = 1,5 nicht 1,2.

B1 · Platte 1-achsig

ly/lx ≳ 2 oder nur zwei Ränder. 1 m Streifen wie Balken. Kurze Spannweite = Haupttragrichtung = äußere untere Lage.

  • Spannrichtung und 1-m-Streifen skizziert.
  • dx = h − cnom − ∅/2, dy = dx − ∅.
  • M, V aus DLT oder Einfeld q l²/8, q l/2.
  • μ < μlim, ω, as, min/max, Quer ≥ 20 % der Hauptbew.
  • Querkraftspitze reduziert (frei drehbar: Abstand d). CRd,c = 0,12 (Platten).
  • Alle Feldstäbe ans Endauflager; Verankerung aus V.
  • Unterzug: Plattenauflager = Last des UZ.

k = 1 + √(200/d) ≤ 2,0
VRd,c = CRd,c k (100 ρl fck)1/3 b d
≥ vmin = 0,035 k3/2 √fck · b d

Keine Schubbew. in der Platte, wenn VRd,c reicht. Dann VRd,max entfällt. Punktlast → Durchstanzen.

Mini-Beispiel Einfeld l = 5 m, h = 20 cm, qsd = 13,95 kN/m², C30/37, ϕ10, cnom = 20 mm.

M = 43,59 kNm/m · d = 175 mm · μ = 0,071 · as ≈ 5,5 cm²/m

ϕ10/14 = 5,61 cm²/m · Quer ≥ 1,12 · VRd,c ≫ Vsd

b = 1 m, nicht die ganze Platte. μ mit d, Überschlag mit 0,8 h. AS-/CS-Matten bringen die 20 % Quer schon mit.

B2 · Platte 2-achsig

ly/lx ≤ 2, mindestens drei Ränder. ly = längere Seite. Alle Czerny-k auf lx, auch für my. Ecken gegen Abheben.

  • Lagerungsfall V1–V6 skizziert (schraffiert = eingespannt).
  • Lastumordnung: q′ = gd + qd/2, q″ = ± qd/2.
  • Max. Feld: Nachbar ohne Nutzlast. Max. Stütze: beide Felder voll.
  • k aus Czerny zu ly/lx interpolieren. m = q lx² / k.
  • Beide Richtungen bemessen, kleineres d ist ungünstiger.
  • Drill / Eckbew. / freie Ränder / Öffnungen.
  • Querkraft nur an größter V; ohne Bügel fertig.

Feld: q′ → V2 (Einspannung am Nachbarfeld)
q″ → V1 (alle gelenkig)
Stütze: q′ wie V2, q″ Einspannung nur an der Stütze

Tafelauszug (nur Lesen lernen, Zeile im Skriptum nehmen): V1 quadratisch mxm ≈ p lx²/13,7; V2 Stütze ≈ p lx²/9.

Mini-Beispiel Terrasse 2×6 m Felder, h = 20 cm, gges = 7,5, qk = 5,0.

qsd = 17,63 kN/m² · gd = 10,13 · qd = 7,50

q′ = 13,88 · q″ = ±3,75 · ly/lx = 1 → Czerny-Zeile 1,0

Drill: oben und unten an gelenkigen Ecken, ca. 0,3 lx einbinden. Öffnung < 25/35 cm: keine Zulagen.

k zur richtigen Lagerung. Teilweise Einspannung, die nicht gerechnet wurde: oben ≥ 25 % des Nachbarfeldmoments, Länge ≥ 0,2 l.

B3 · Punktgestützt und Durchstanzen

Zwei Kapitel: Biegung (Streifen) und Durchstanzen (Rundschnitt). Überstand: Momente oft weg, Vsd und u1 dazu.

  • 0,75 ≤ lx/ly ≤ 1,33, Gleichlast, Rechteckraster — sonst FE.
  • DLT in x und y, dann Gurt/Feld (Stütze 1,4/0,6, Feld 1,2/0,8).
  • Bemessen mit kleinerem d, größtem |m|.
  • Vsd über Einflussfläche, S1/S2/S3 getrennt.
  • vEd an u0 ≤ vRd,max (sonst hilft kein Bügel).
  • u1 bei 2d, β = 1,15 / 1,4 / 1,5. vEd ≷ vRd,c.
  • Bügel: erster Ring 0,3d–0,5d, Skizze Grundriss + Schnitt.

ohne Überstand (Auffrischung):
S1: 1,1 l · 1,1 l · q
S2: 1,1 l · 0,4 l · q
S3: 0,4 l · 0,4 l · q
mit Überstand oft 1,25 und 0,375 — Skript/Angabe

u1 = π (c + 4d) innen
vEd = β V / (u1 d)
ρl = √(ρx ρy) aus vorhandener Bew.

Mini-Beispiel l = 6 m, qsd = 18 kN/m², c = 30 cm, d ≈ 26 cm.

S1 = 783 kN · u1 = 4,21 m · β = 1,15 · vEd ≈ 0,82 N/mm²

Rand/Ecke: kleinere V, kürzeres u1, größeres β. Alle drei abhaken. ρl aus eingelegter, nicht aus as,erf.

Kollapsbewehrung nach DIN 1045-1 nur als Hinweis, wenn die Angabe/das Skriptum das so führt. Nachweisreihe: max am Anschnitt → Beton am u1 → Bügel.

B4 · Unterzug / Plattenbalken

Last aus der Platte wird Streckenlast auf den UZ. e/h ≥ 3,5 sonst als Stütze mit N rechnen.

  • beff Feld (mitwirkende Plattenbreite), Stütze oft nur Steg.
  • Feldmoment positiv unten, Stütze negativ oben; Spitze ausrunden.
  • μ–ω, Druckzone: x ≷ hf entscheidet Rechteck vs. Plattenbalken.
  • Querkraft: VRd,c, sonst Bügel. Druckstrebe VRd,max.
  • Durchbiegung GZG wenn verlangt.

beff ≈ bw + 0,2 b1 + 0,1 l0 (einseitig; beidseitig + 0,2 b2)
Mred = M − F t / 8  (Auflagerbreite)
asw = Vsd / (z fywd cot θ), cot θ = 1 · sl,max = 0,75 d ≤ 250 mm
VRd,max = αcw bw z ν1 fcd / (cot θ + tan θ), ν1 = 0,6 (1 − fck/250)

Plattenauflagerkräfte nicht vergessen zum Eigengewicht des UZ. Stützbewehrung oben durchlaufen bzw. verankern.

B5 · Scheibe / wandartiger Träger

h/b ≥ 4 → Scheibe, sonst Stütze. Kontinuierlich gelagert → Scheibe (Modellstütze). Wie Balken gelagert → WT (Fachwerk).

  • Abgrenzung skizziert. Öffnung: lö > lw/3 oder ΣA > 10 % → ungestützter Rand.
  • WT: drei Lastbilder getrennt (Stützen einzeln, Deckenstrecke, Eigengewicht), dann superponieren.
  • Druck und Zug in der Skizze unterschiedlich.
  • Zugband Z / fyd + konstruktiv. Druck am Auflager nur vertikal, wenn Angabe so.
  • Scheibe: l0 = β lw, n = nEd/(hw fcd), λlim, dann 1 m Wandstreifen wie Stütze.
  • Netz beide Seiten, lotrecht innen, horizontal außen.

gScheibe = 25 · dS · hS [kN/m]
gsd = 1,35 · g
β: 2-seitig 1,0; eingespannt 0,85; 3-/4-seitig Formeln Skript S.352 ff.
n ≥ 0,41 → λlim = 25; sonst 16/√n
as,vmin ≥ 0,15 |nEd| / fyd und ≥ 0,0015 ac
horizontal ≥ 0,2 as,v

Mini-Beispiel d = 30 cm, h = 8,0 m: gk = 60 kN/m, gsd = 81 kN/m. Stützen Vsd als Einzellasten (Kindergarten: nicht verschmieren). Lagerhalle-Angabe darf verschmieren — lesen.

Stirnflächen wie freie Plattenränder einfassen. Keine S-Haken. Mindest 1,5 cm²/m je Seite.

B6 · Konsole

a < 0,5 h → kurz (Strebe–Zugband). a ≥ 0,5 h → lang (Balken / flachere Strebe). θ oft 45°, Bereich 45–68°.

  • a/h bestimmt das Modell.
  • Fsd = 1,35 Fg + 1,50 Fq. Hsd ≥ 0,10 Fsd (NAD; Übung oft 0,20).
  • Zugband Z = F · a/z + H, As = Z / fyd.
  • Verankerung: Konsole ab Platteninnenkante, Stütze ab Stützeninnenkante.
  • Druckstrebe und Knoten gegen fcd. Bügel unter der Last.
  • Schräge Konsole: Höhe unter der Last ≥ 0,6 hc.

Mini-Beispiel hc = 40 cm, a = 17,5 cm → a/h = 0,44 kurz. Fgk = 80, Fqk = 40 → Fsd = 168 kN, Hsd = 33,6 kN. Ohne H fehlt ≈ 0,70 cm² Zugband.

Horizontalkraft nicht „vergessen dürfen“. Schlaufen, nicht gerade enden lassen.

B7 · Brettsperrholz

BSP 150 L5s (30l–30w–…): Dicke, Decklage L/C, Lagen. γM = 1,25. GZT netto, GZG mit γ bzw. Schub der Querlagen.

  • Bezeichnung gelesen, Haupttragrichtung 0°.
  • kmod zu NK und Lasteinwirkungsdauer (Tafel Skript/ÖNORM B 1995).
  • GZT: Netto-I (nur parallele Lagen, Steiner), Biegung, Rollschub.
  • GZG: γ-Verfahren, Ief systemabhängig (Einfeld ≠ Kragarm).
  • Scheibe: Decklagen + Lagerung; Knicken aus der Ebene.
  • fk, GR aus ETA / Unterlage 06, nicht raten.

fd = kmod · fk / 1,25
kmod NK1/2: ständig 0,60 · lang 0,70 · mittel 0,80 · kurz 0,90 · sehr kurz 1,10
kdef = 0,80 (NK1) / 1,00 (NK2). Schubanteil Querlagen bis ~30 % der Biegeverformung.

Rollschub oft enger als Biegung. L ≠ C (Decke vs. Wand). Nicht γM = 1,5 aus dem Betonkopf.

B8 · Treppe / Podest

System zuerst. Schräge Stützweite ≠ Geschosshöhe. 2h + a = 62 ± 3 cm.

  • Steigung, Podestlänge 2h+2a, max. 20 Stufen bis Zwischenpodest.
  • Lauf 1-achsig schräg? Podest 2-achsig mit freiem Augenrand?
  • Last: g1 = 25 · h auf schräger Fläche oder konsistent auf Grundriss — eine Konvention.
  • Durchlaufende Bew. Lauf/Podest erzeugt Stützmoment an der Knicklinie.
  • Freier Rand: Schlaufen 15 + h/10, oft 2 Ø12.

Schräger Einfeld: M = q l²/8, A = B = q l / 2 mit l = Schräglänge
N ≈ q · cos α · l, Q ≈ q · sin α · l  (Angabe/Skript, Vorzeichen skizzieren)
Mini: 16 Steigungen 18/26, 15 Auftritte · 0,316 m = 4,74 m Schräge. Nicht 2,88 m Höhe als Spannweite.

Freies Treppenauge ist kein gelenkiger Rand. Geländerlast am freien Rand, wenn verlangt.

Holzstütze, Stahlträger, Köcherfundament: nur wenn die Angabe gemischte Baustoffe hat — Rezept in HOW / Vorgehensweisen (Stabtragwerke), nicht hier aufblähen. Vorspannung: nur wenn in der Angabe, sonst weglassen.