Eine Zahl entscheidet das Modell: der Abstand a der Last vom Stützenanschnitt, bezogen auf die Konsolenhöhe h.
kurze Konsole: a < 0,5 h → Streben-Zugband (Fachwerk)
lange Konsole: a ≥ 0,5 h → Balken / Stabwerk mit flacherer Strebe
Druckstrebenneigung nach DAfStb oft θ = 45°. Zulässiger Bereich je nach Vorschrift etwa 45° bis 68°.
Geometrie
hc, bw, ac, Auflagerplattenlänge, cnom. Abgeschrägte Konsole unter dem Lastangriff mindestens 0,6·hc hoch.
Lasten
Fsd = 1,35 Fgk + 1,50 Fqk
Hsd ≥ 0,10 Fsd (ÖNORM B 1992-1-1 NAD; in der Übung oft 0,20 Fsd angesetzt)
Horizontalkraft nicht vergessen — ohne H wird das Zugband zu klein.
Zugband
Innere Hebelarm z aus der Strebenneigung und der Nutzhöhe. Zugkraft:
Zsd = Fsd · a / z + Hsd
As,zug = Zsd / fyd
Verankerung im Konsolenbereich ab Innenkante der Auflagerplatte, im Stützenbereich ab Innenkante der Stütze. Schlaufen oder Randbügel, nicht „gerade in der Luft enden“.
Druckstrebe und Knoten
Druckspannung in der Strebe und unter der Lastplatte gegen fcd mit Abminderung für den Knoten (mehrere Druckstreben / Zug). Bügel oder Steckbügel zur Spaltzugdeckung unter der Last.
Bewehrungsführung
Kurze Konsole: konzentriertes Zugband oben, vertikale Bügel. Lange Konsole: zusätzlich Biegebewährung wie ein kurzer Kragarm. Skizze mit Verankerungslängen.
Beispiel — STB-Konsole aus der Übung
hc = 40 cm, bw = 35 cm, ac = 17,5 cm, cnom = 3,5 cm. Fgk = 80 kN, Fqk = 40 kN.
a / h = 17,5 / 40 = 0,44 < 0,5 → kurze Konsole
Fsd = 1,35·80 + 1,50·40 = 108 + 60 = 168 kN
Hsd = 0,20 · 168 = 33,6 kN (≥ 10 % nach NAD)
Nutzhöhe grob: d ≈ 400 − 35 − ds/2. Bei θ = 45° ist z in der Größenordnung von d minus Knotenabstand. Dann Z = F·a/z + H, As = Z/478 N/mm², Schlaufen wählen, Verankerung ab Platteninnenkante.
Ohne die 33,6 kN Horizontalkraft wäre das Zugband um H/fyd ≈ 0,70 cm² zu klein.