LV 875.326
Brettsperrholz
Blatt 08
Platte GZT / GZG · Scheibe

BSP ist kein Stahlbeton mit anderem E-Modul. Nettoquerschnitt, Rollschub in den Querlagen, und GZT und GZG verwenden verschiedene Querschnittswerte.

Bezeichnung lesen

BSP 150 L5s (30l–30w–30l–30w–30l)

  • 150 = Elementdicke in mm
  • L = Decklage längs zur langen Seite (Decke/Dach/Träger); C oder Q = Decklage quer (Wandelemente)
  • 5s = fünf Lagen, abwechselnd längs/quer
  • (30l–30w–…) = Dicke und Orientierung jeder Lage

Holz meist C24. Verwendung über ETA / ÖNORM EN 16351. Kennwerte nicht aus dem Stahlbeton-Kopf, sondern aus der Zulassung bzw. Referenzunterlage 06.

Beiwerte Holz

γM = 1,25   (Empfehlung ÖNORM B 1995 für BSP)
fd = kmod · fk / γM

NK ständig lang mittel kurz sehr kurz kdef
1 und 20,600,700,800,901,100,80 / 1,00

Nutzungsklasse 1 und 2 zugelassen. kdef = 0,80 in NK1, 1,00 in NK2 (Kriechen für GZG).

Tragwirkung Platte

  • Haupttragrichtung 0° hat die höhere Steifigkeit (Längslagen).
  • Nur die Lagen parallel zur Spannrichtung zählen für Biegung (Netto-I, Satz von Steiner).
  • Querlagen werden vor allem auf Schub beansprucht und versagen tangential zu den Jahrringen (Rollschub). Rollschubfestigkeit liegt in der Größenordnung der doppelten Zugfestigkeit rechtwinkelig zur Faser — oft der kritische Nachweis.

GZT

Nachweise mit Nettoquerschnitt, ohne Schubnachgiebigkeit. Biegung, Schub (inkl. Rollschub), Auflagerpressung. Querschnittswerte auf 1 m Breite, wenn eine Richtung dominiert.

GZG

Schubnachgiebigkeit der Querlagen mitnehmen — sonst ist die Durchbiegung zu klein. Zwei Wege im Kurs:

  • γ-Verfahren: Längslagen mit γ < 1 abmindern. Ief hängt von der Spannweite ab (Einfeld / Durchlauf / Kragarm haben andere Referenzlängen). Gut, wenn das System dazu passt.
  • Timoshenko / κ: Schubsteifigkeit mit Korrekturbeiwert, für beliebige Systeme, mehr Aufwand.

Verformung = Biegung der Hauptlagen + Schub der Querlagen. Der Schubanteil kann bis etwa 30 % der Biegeverformung erreichen. Enddurchbiegung mit kdef (ständig + quasi-ständig).

BSP-Scheibe

Scheibe oder hochkant Träger: Orientierung der Decklagen und Lagerung. Druck in Decklagenrichtung → Knicken aus der Ebene, zylindrisches Ausweichen. Knicklänge und Verhältnis Fläche / Steifigkeit gegen Ausweichen. Stabilität nicht mit der Stahlbeton-Modellstütze verwechseln.

Beispiel — Ablauf einachsig, 5 m Spannweite

Element z. B. BSP 150 L5s, Einfeld 5 m, Decke NK1, mittlere Lasteinwirkung (Nutzlast).

  1. Aufbau lesen, Netto-I der drei Längslagen (Steiner).
  2. kmod = 0,80 (mittel, NK1), γM = 1,25 → fd.
  3. GZT: σm,d ≤ fmd, Rollschub in den Querlagen, Schub in den Längslagen.
  4. GZG: γ-Verfahren mit Referenzlänge Einfeld, winst und wfin mit kdef = 0,80 gegen l/300 bzw. l/250 je nach Anforderung im Skript.

Zahlen für fk und GR stehen in der ETA / in 06_BSP_Referenzunterlagen — nicht raten.