BSP ist kein Stahlbeton mit anderem E-Modul. Nettoquerschnitt, Rollschub in den Querlagen, und GZT und GZG verwenden verschiedene Querschnittswerte.
Bezeichnung lesen
BSP 150 L5s (30l–30w–30l–30w–30l)
- 150 = Elementdicke in mm
- L = Decklage längs zur langen Seite (Decke/Dach/Träger); C oder Q = Decklage quer (Wandelemente)
- 5s = fünf Lagen, abwechselnd längs/quer
- (30l–30w–…) = Dicke und Orientierung jeder Lage
Holz meist C24. Verwendung über ETA / ÖNORM EN 16351. Kennwerte nicht aus dem Stahlbeton-Kopf, sondern aus der Zulassung bzw. Referenzunterlage 06.
Beiwerte Holz
γM = 1,25 (Empfehlung ÖNORM B 1995 für BSP)
fd = kmod · fk / γM
| NK | ständig | lang | mittel | kurz | sehr kurz | kdef |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 und 2 | 0,60 | 0,70 | 0,80 | 0,90 | 1,10 | 0,80 / 1,00 |
Nutzungsklasse 1 und 2 zugelassen. kdef = 0,80 in NK1, 1,00 in NK2 (Kriechen für GZG).
Tragwirkung Platte
- Haupttragrichtung 0° hat die höhere Steifigkeit (Längslagen).
- Nur die Lagen parallel zur Spannrichtung zählen für Biegung (Netto-I, Satz von Steiner).
- Querlagen werden vor allem auf Schub beansprucht und versagen tangential zu den Jahrringen (Rollschub). Rollschubfestigkeit liegt in der Größenordnung der doppelten Zugfestigkeit rechtwinkelig zur Faser — oft der kritische Nachweis.
GZT
Nachweise mit Nettoquerschnitt, ohne Schubnachgiebigkeit. Biegung, Schub (inkl. Rollschub), Auflagerpressung. Querschnittswerte auf 1 m Breite, wenn eine Richtung dominiert.
GZG
Schubnachgiebigkeit der Querlagen mitnehmen — sonst ist die Durchbiegung zu klein. Zwei Wege im Kurs:
- γ-Verfahren: Längslagen mit γ < 1 abmindern. Ief hängt von der Spannweite ab (Einfeld / Durchlauf / Kragarm haben andere Referenzlängen). Gut, wenn das System dazu passt.
- Timoshenko / κ: Schubsteifigkeit mit Korrekturbeiwert, für beliebige Systeme, mehr Aufwand.
Verformung = Biegung der Hauptlagen + Schub der Querlagen. Der Schubanteil kann bis etwa 30 % der Biegeverformung erreichen. Enddurchbiegung mit kdef (ständig + quasi-ständig).
BSP-Scheibe
Scheibe oder hochkant Träger: Orientierung der Decklagen und Lagerung. Druck in Decklagenrichtung → Knicken aus der Ebene, zylindrisches Ausweichen. Knicklänge und Verhältnis Fläche / Steifigkeit gegen Ausweichen. Stabilität nicht mit der Stahlbeton-Modellstütze verwechseln.
Beispiel — Ablauf einachsig, 5 m Spannweite
Element z. B. BSP 150 L5s, Einfeld 5 m, Decke NK1, mittlere Lasteinwirkung (Nutzlast).
- Aufbau lesen, Netto-I der drei Längslagen (Steiner).
- kmod = 0,80 (mittel, NK1), γM = 1,25 → fd.
- GZT: σm,d ≤ fmd, Rollschub in den Querlagen, Schub in den Längslagen.
- GZG: γ-Verfahren mit Referenzlänge Einfeld, winst und wfin mit kdef = 0,80 gegen l/300 bzw. l/250 je nach Anforderung im Skript.
Zahlen für fk und GR stehen in der ETA / in 06_BSP_Referenzunterlagen — nicht raten.